Die Sonagrammdarstellung ist eine nützliche Form der Darstellung gesprochener Sprache in Frequenzkomponenten über die Zeit. Dabei manifestieren sich für jede Lautklasse (Plosiv, Frikativ, Vokal, Vibrant ...) und teilweise auch für einzelne Sprachlaute spezifische akustische Eigenschaften. Das Hauptziel dieses Seminars ist es, diese akustischen Eigenschaften im Sonagramm kennenzulernen, konsistent zu erkennen und zu analysieren. Dabei hilfreich wird uns immer wieder der Zusammenhang zwischen Artikulation und Akustik sein. Ausgangspunkt für diese systematische Beschäftigung ist das Lautinventar des Deutschen.
Darüber hinaus soll es auch darum gehen, akustische Grenzen zwischen diskreten Lautkategorien im kontinuierlichen Signal evidenzbasiert zu identifzieren sowie praktisch zu markieren, sei es händisch (auf Papier) oder softwaregestützt (bspw. im Programm Praat). Angesichts der praktischen Kompetenz, die in diesem Seminar vermittelt wird, wird es regelmäßige Begleitübungen zur praktischen Anwendung der Kursinhalte geben (Sonagrammsegmentierung, Formantenmessungen, Sonagrammzuordnung etc.).
Gegen Ende des Seminars werden wir außerdem lernen, wie man Sonagrammabbildungen am Computer (mittels Praat und dem R-Paket praatpicture) selbst erstellt.