Im Rahmen dieser Vorlesung erhalten Sie einen grundlegenden Überblick die Urgeschichte Bulgariens von der Neolithisierung bis in die frühe Eisenzeit am Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. In seiner Schlüsselstellung zwischen der Ägäis und Anatolien im Süden und Südosten, Zentraleuropa im Nordwesten und den eurasischen Steppen im Nordosten besaß Bulgarien seit jeher eine entscheidende Brückenfunktion im Kontext von Migrationen, interkulturellen Kontakten und dem Transfer von Gütern und Ideen.
Die Vorlesung ist chronologisch aufgebaut und wird nacheinander die zentralen Epochen der bulgarischen Urgeschichte abhandeln. Nach einem Überblick über die Geographie Bulgariens wird zunächst die Neolithisierung der Region und das Frühneolithikum vorgestellt und im Anschluss das Spätneolithikum und der Beginn der Tellsiedlungen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die fantastischen Befunde und Funde der Kupferzeit, insbesondere das goldreiche Gräberfeld von Varna, das die frühesten Belege in der Menschheitsgeschichte für Gold als Grabbeigabe und Statusanzeiger und für eine deutliche soziale Hierarchisierung geliefert hat. Während das anschließende 4. Jahrtausend in Bulgarien kaum belegt ist, hat die frühe Bronzezeit des 3. Jahrtausends wiederum spektakuläre Tellsiedlungen und Funde aufzuweisen. Die letzten Sitzungen werden der Mittel- und Spätbronzezeit sowie dem Übergang zur frühen Eisenzeit gewidmet sein. Insbesondere die jüngsten Grabungen in Ada Tepe und Bresto haben völlig neue Einblicke in das 2. Jahrtausend in Bulgarien geliefert und werden ebenso besprochen wie die Einbindung der Region in die globalen Austauschnetzwerke dieser Zeit.
Für diese Vorlesung sind auch Gruppenanmeldungen möglich, bei Interesse wenden Sie sich bitte an <philipp.stockhammer@lmu.de >. Diese Vorlesung wird außerdem als Hybridveranstaltung stattfinden - also in Präsenz und gleichzeitig via Zoom. Den entsprechenden Zoom-Link erhalten Sie bei Interesse von Professor Stockhammer (Mail siehe oben).