Die Vorlesung zielt darauf ab, typische Mechanismen und Muster deutscher Politik zu identifizieren und diese mit Hilfe allgemeiner Konzepte und Theorien der vergleichenden Politikwissenschaft wissenschaftlich einzuordnen. Wichtig ist, dass die Vorlesung deutsche Politik nicht als reine Einzelfallstudie vermittelt, sondern durchweg eine international vergleichende Perspektive einnimmt.
Die Leitfragen, die sich als roter Faden durch die Vorlesung ziehen, lauten: Welche wiederkehrenden Muster lassen sich in der Interaktion zwischen politischen Akteuren in Deutschland, deren Handeln durch den institutionellen Kontext strukturiert wird, identifizieren? Wie unterscheiden oder ähneln diese Muster vergleichbaren Prozessen in anderen etablierten Demokratien?
Die Vorlesung ist in vier Teile strukturiert: einen einführenden Teil zu Grundkonzepten und Theorien der vergleichenden Politikwissenschaft, einen Teil zu den rechtlichen Grundlagen der Demokratie in Deutschland (der „Polity-Dimension“), einen Teil zu zentralen politischen Prozessen und Akteuren von der gesellschaftlicher Interessenbildung (z.B. Parteien) bis zur institutionellen Repräsentation von Interessen sowie einen letzten Teil zur Analyse von politischen Entscheidungensprozessen innerhalb institutioneller Regeln (z.B. im Bundestag, im deutschen Föderalismus) („Politics-Dimension“ I und II). Vorlesungsthemen werden durch Beispiele aus dem Tagesgeschehen und der Forschung verdeutlicht.