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Rom und der hellenistische Osten bis 129 v.Chr.
Studieren Probieren • Geschichte
Termin & Ort
13.11.2017 12:15 - 13:45 (Merken)
Anmeldung
14.09.2017 00:00 - 26.01.2018 23:00
Die Veranstaltung ist ausgebucht. Eine Anmeldung ist nicht möglich.

229 v.Chr. begann Rom, mit militärischen und diplomatischen Mitteln die Verhältnisse im östlichen Mittelmeerraum (Illyrien bis Ägypten/Kyrene) zu beeinflussen. Da die hellenistischen Akteure vielgestaltig (Städte, Städtebünde, Lokalherrschaften und überregionale Monarchien) und komplex miteinander verwoben waren, erzeugte das römische Vorgehen teils unbeabsichtigte Nebenwirkungen, teils waren vertraglich-diplomatische Lösungen zu indifferenziert oder bequem, um Konflikte dauerhafter zu lösen. Zudem waren hellenistische Städte und Herrscher schon lange gewöhnt, sich in einem polypolitischen System, das nie von einem Akteur dominiert wurde, zu bewegen und durch wechselnde Bündnisse Vorteile zu sichern. Rom dagegen war unter anderen Bedingungen zu einer starken Vormacht zunächst Italiens, dann im westlichen Mittelmeerraum aufgestiegen. Das römische Alliiertensystem beruhte auf völlig anderen Voraussetzungen, Erwartungen und Leistungen. Die Diplomatie spielte in Italien eine untergeordnete Rolle; Konflikte wurden vor allem über Kriegszüge bis zur Entscheidung ausgetragen.

Das Aufeinandertreffen beider Welten erzeugte viel Mißverständnisse, Ängste und Enttäuschungen, aber auch gegenseitiges Staunen, Bewunderung und Anerkennung. Objektiv wirkten sich Fehlwahrnehmungen und Fehlentscheidungen ab 168 v.Chr. zu einem harten Paradigmenwechsel aus, der die römische Herrschaft im Osten brutaler machte. Die römischen inneren Verhältnisse waren im 2. Jh. v.Chr. entsprechend einem hohen Veränderungsdruck ausgesetzt, der Beharrungskräfte erzeugte, so daß die äußeren Konflikte sich im Innern nach eigenen Gesetzen widerspiegelten.

Die Vorlesung hat ihren Schwerpunkt im Ereigniszeitraum 229–129 v.Chr. (Erster Illyrischer Krieg bis zur Provinzialisierung des Königreichs Pergamon). Neben der politischen Ereignisgeschichte, die das chronologische Gerüst bildet, werden wir uns mit der interkulturellen Dynamik auf militärischer, politischer, diplomatischer und intellektueller Ebene befassen. Am Ende ziehen wir nach Möglichkeit Bilanz: Wie römisch waren die Gesellschaften des griechischen Ostens Ende des 2. Jh. v.Chr., wie griechisch-hellenistisch diejenigen Roms und Italiens? Welches Konzept von „Herrschaft“, „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“ entwickelten die Akteure, um einerseits die politische Dominanz Roms durchzusetzen bzw. zu ertragen und andererseits die Hochkultur des Hellenismus zu bewahren bzw. weiterzutragen?